Wohnen in Krampnitz

Wohnen in Krampnitz

1. Preis

Haus am Park

Das Entwicklungsgebiet Krampnitz befindet sich nördlich von Potsdam auf dem Areal der ehemaligen „Heeres-Reit- und Fahrschule und Kavallerieschule“. Auf dem großen Gelände mit seinem denkmalgeschützten Gebäudebestand und einer bewegten Geschichte entsteht ein zukunftsorientiertes Wohn- und Arbeitsquartier, das die reizvolle landschaftliche Verortung mit einem urbanen Lebensgefühl zu verbinden sucht. Im zugrundeliegenden Masterplan werden die bestehenden Strukturen im Sinne der europäischen Stadt mit Blockrandbebauung fortgeschrieben. Gegenstand der Planung ist ein Grundstück, das direkt an den im Zentrum des Entwicklungsgebietes eingebetteten Nordpark grenzt und damit attraktive Sicht- und Wegebeziehungen erhält. Durch die im Süden angrenzende Schwedische Allee mit der vorgesehenen Tramlinie als eine der Haupterschließungsachsen des Quartiers und dem benachbarten Parkhaus stehen die wichtigsten verkehrlichen Anbindungen unmittelbar zur Verfügung.

 

Räumliche Potenziale

Die im Masterplan eindeutig definierte Blockrandbebauung wird westlich von der Quartiersgarage abgeschlossen und öffnet sich im Norden zum Park. Zur Schwedischen Allee erhöht sich das vorgegebene Volumen um ein weiteres Geschoss und markiert damit zusätzlich die Bedeutung der Ost-West-Achse. Die vorgegebene Nutzungsverteilung von Wohnen und Gewerbe deuten wir zugunsten einer weiteren Differenzierung der räumlichen Qualitäten aus. Ein eigenständig erschlossener, tiefer Gewerbebau grenzt auf mehreren Geschossen an das Parkhaus. Entlang der Schwedischen Allee setzt sich die Gewerbenutzung im Erdgeschoss fort. Klar abgegrenzt vom Gewerbe setzt sich hierauf das Wohnen und entwickelt sich ringförmig um einen vom Parkhaus abgerückten und erhöhten Innenhof mit intimer Atmosphäre. So entstehen drei grundlegende Zuweisungen der Außenräume: öffentlicher Raum außerhalb und um den Blockrand herum, ein halböffentlicher Übergangsraum bei der nördlichen Öffnung des Blockrandes sowie ein baulich gefasster Innenhof für die Bewohner.

 

Städtebau

Die Vorgaben der homogenen städtebaulichen Idee des Masterplans werden mit wenigen gezielten volumetrischen Gesten zugunsten der räumlichen Qualitäten weiter verfeinert. Durch die unkomplizierte und eindeutige Funktionsverteilung bleiben Wege und Erschließungen von Wohnen und Gewerbe vollständig voneinander getrennt. Notwendige Infrastrukturen sind zentral verortet, ohne die Aufenthaltsqualitäten zu beeinträchtigen.

 

Konzept

Sowohl die übergeordnete Nutzungsverteilung als auch der spezifische Wohnungsmix werden unter Berücksichtigung der zahlreichen Anforderungen und Potenziale auf optimale Weise gelöst. Die Gewerbenutzung orientiert sich zum öffentlichen Raum und dient als Puffer zwischen diesem, dem Parkhaus und dem Wohnen. Nur wenige Wohnungen liegen an der lärmintensiven Südseite. Durch die nach außen orientierten Loggien erhält jede Wohnung die Möglichkeit einer lärmabgewandten Lüftung. Alle größeren Wohnungen sind zweiseitig orientiert, kleinere Einheiten erhalten unterschiedliche Ausrichtungen. Die durchdachte Auslegung ermöglicht einen vertikal stapelbaren Regelgrundriss mit wenigen, gut zonierten und optimal belichteten Wohnungstypen. Die Bündelung von Küchen und Nasszellen minimiert die technische Infrastruktur und ermöglicht eine ökonomische Grundstruktur. Die Festlegung auf wenige Badezimmertypen erhöht den Wiederholungsfaktor zusätzlich.

 

Grundrisse

Zusätzlich zu den Abstellräumen innerhalb der Wohnungen erhält jede Einheit einen eigenen Mieterkeller im Untergeschoss. Durch großzügig dimensionierte Aufzüge ist zudem das komfortable Abstellen von Fahrrädern im Kellergeschoss möglich. Im überhohen Erdgeschoss zur Schwedischen Allee befindet sich klassisches Verkaufs- und Gastronomie-Gewerbe. Im Westflügel befinden sich die Erdgeschosswohnungen im Hochparterre und erhalten Mietergärten im erhöhten Innenhof. Nordseitig können die Mietergärten zum Park orientiert werden und erweitern die Wohnräume. Jedem Treppenhaus wird ein Raum für Kinderwagen und Mobilitätshilfen zugeordnet. Alle Wohnungen der Obergeschosse erhalten durch die eingeschnittenen Loggien einen eigenen Außenraum mit hoher Privatsphäre und Blickbezug in den Park. Der Gewerbebau bietet durch seine klare Geometrie größtmögliche Flexibilität.

 

Brandschutz

Im südlichen Gebäudeteil werden sämtliche Einheiten an zwei bauliche Rettungswege angebunden. In den übrigen Bereichen kann der zweite Rettungsweg durch Anleitern der Feuerwehr sichergestellt werden.

 

Konstruktion und Energiestandard

Die tragende Konstruktion wird in mineralischer Bauweise errichtet. Treppenkerne und Aufzugsschächte aus Stahlbeton dienen der Aussteifung. Die Anforderungen an Tragfähigkeit und Schallschutz werden durch geeignete massive Bauteile erfüllt. Geringe Spannweiten ermöglichen schlanke Decken. Um eine wirtschaftliche Herstellung des Rohbaus zu gewährleisten, können Betonwände und Decken als Halbfertigteile ausgeführt werden.
Auch die Konzeption der Fassade verspricht eine wirtschaftliche Umsetzbarkeit. Vorproduzierte, nichttragende Holztafelelemente erlauben eine schnelle und vom Rohbau unabhängige Montage bei gleichzeitiger Einhaltung energetischer Anforderungen und positivem Einfluss auf die Lebenszyklusanalyse. Der schlanke Außenwandaufbau ermöglicht zusätzlich eine Optimierung der Wohnfläche.
Mit diesen Voraussetzungen kann das Label „Klimapositiv im Betrieb“ erreicht werden. Die Versorgung erfolgt über ein Nahwärmenetz im Sinne klimaneutraler Gebäude. Ergänzend trägt die Nutzung erneuerbarer Energie zur ausgeglichenen CO₂-Bilanz bei.

 

Fassade

Der Ausdruck des Gebäudes wird aus den kontextuellen Gegebenheiten sowie aus der inneren Logik entwickelt. Massive Elemente nehmen Bezug auf die robusten Backsteinbauten der ehemaligen Kaserne. Die gleichmäßige Gliederung setzt sich bei den Wohnungen fort und wird zugunsten einer leichteren Anmutung in feiner gegliederte Elemente aufgelöst. Hinterlüftete Fassadenpaneele schaffen eine Verbindung zu den massiven Bauteilen bei gleichzeitiger Variation des Ausdrucks. Raumhohe Fenster und eingeschnittene Loggien werden auf wenige Typen reduziert und prägen einen ruhigen Rhythmus.

 

Abstandsflächen, Ausnutzung, Wohnungsmix

Die festgesetzte Geschossfläche wird maximal ausgenutzt. Die Loggien ermöglichen gut belichtete, optimal möblierbare Wohnräume mit hoher räumlicher Qualität. Die Wiederholung einzelner räumlicher und konstruktiver Situationen erlaubt einen hohen Grad der Typisierung und ermöglicht eine differenzierte Kombination von Grundrissen. Durch eine optimale Kombination im Regelgeschoss wird der geforderte Wohnungsmix mit minimaler Abweichung erfüllt.

 

Team: Frederik Fuchs, Matthias Weis, Arndt Kerber

in Zusammenarbeit mit ephem Architekten PartGmbB, Berlin

 

Visualisierungen: © Anders Beyer 2024; Masterplan: © Machleidt GmbH, Berlin

Jahr2024
VerfahrenOffener Wettbewerb
AusloberBUWOG Bauträger GmbH
StandortKrampnitz, Potsdam
BGF12.000 qm